Willkommen! Under the banner of Troppo Heike Grebin and Andreas Trogisch do the things they enjoy most: typography, data-
based publishing, photography, teaching
and design research, as there are:

Programmierte Typografie

Wie sie selbst in ihrer Pressemitteilung sagten, ackerten sich die Studierenden ein Semester lang durch verschiedene philosophische und designtheoretische Positionen sowie verschiedene Programmiertechniken.

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Die Auseinandersetzung mit den Gedanken und Arbeiten von John Cage, Buckminster Fuller, Karl Gerstner, Hans–Jörg Rheinberger oder dem zeitgenössischen Desginstudio Moniker – in Verbindung mit einer intensiven gestalterischen und technischen Betreuung – eröffnete vielen Studierenden eine neue Welt. Mit dem Bewusstsein, Designprozesse systematisch gestalten zu können und nicht nur einzelne Produkte, untersuchten sie das System als Denkmodell und Entwurfsmethode. Mithilfe der Software ‹basil.js› und ‹processing› erweiterten alle ihr bisheriges, vorwiegend printorientiertes Gestaltungsrepertoire.

Dieses beeindruckende Spektrum der Semesterprojekte – Bücher, Plakate und interaktive Installationen – haben wir ein Nacht lang im Island gefeiert!

Team: Anna Heinrich, Anne Richter, Artur Parutkin, Darius Vaheb, Dennis Gusko, Dorothée Schraudner, Elisaveta Liubcenco, Felix Hartig, Insa Wagner, Jens Schnitzler, Johanna Kunkel, Katharina Spegel, Linda Rammes, Lucas Kramer, Lukas Siemoneit, Malena Sell, Martin Rosenthal, Milena Bolland, Natalie Forster, Ottilie Karrer, Pia Schröer, Sofia Star, Thomas Stempel

Stil System Methode
Eine Ausstellung zu systemorientiertem und automatisiertem Design
HAW Hamburg, Department Design, Wintersemester 2017
Ausstellung am 29./30. März 2017 im Island Hamburg
Betreuung: Prof. Heike Grebin (Design), Dr. Timo Ogrzal (Theorie), Timo Rychert (Technologie)

Those were the days …

Vor genau einem Vierteljahrhundert erschien dieser Artikel im eye magazine, der einen Blick in die Ostberliner Designszene und speziell in das Büro grappa design warf. Dem Fotografen, der uns dafür fotografierte, verdanken wir die Aufforderung: «Look serious – you’re designers!».

Stil System Methoden

Ein Seminar zu ästhetischen Positionen und programmierter Typografie: In diesem Semester werden wir in einer Kurskombination von Theorie & Technologie & Design auf eine Forschungsreise gehen. Gleich zu Beginn des Semesters haben wir uns von John Cage inspirieren lassen: Plakate zur ‹Komposition im Rückblick›.

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Wir werden philosophische und designtheoretische Positionen von den 60er Jahren bis in die Gegenwart (John Cage, Georges Perec und Oulipo, Karl Gerstner, Studio Moniere …) diskutieren und daraus unsere typografisch-grafischen Gestaltungsexperimente ableiten. Unser Ziel ist es, unser Bewusstsein für (typografisch-) gestalterische Systeme zu schärfen und unser Gestaltungsrepertoire zu erweitern.

Nicht nur Mathematiker, Musiker oder Philosophen interessieren sich seit jeher für Systeme, sondern auch wir als Designer: Ist es möglich, individuelle gestalterische Ideen (Kreativität) in ein systemisches Verfahren (automatisierte Gestaltungsprozesse) zu überführen? Nach welchen Regeln und Prinzipien bilden einzelne Elemente ein geordnetes Ganzes? Ist es möglich, diese Prinzipien zu beeinflussen und im gestalterischen Prozess nutzbar zu machen? Wie verhalten sich System und Gestaltung zueinander? Kann ein Plakat wirklich mit einem Knopfdruck entstehen?

Team: Cristina, Lopez Gonzalez, Magdalena Kreps, Lucas Kramer, Dennis Gusko, Anna Heinrich, Pia Schröer, Katharina Spegel, Natalie Forster, Sofia Star, Darius Vaheb, Anne Richter, Malena Sell, Thomas Stempel, Ledün Özdemir, Luca Candotti, Elisaveta Liubcenco, Johanna Kunkel, Jens Schnitzler, Linda Rammes, Milena Bolland, Dorothée Schraudner, Lukas Siemoneit, Martin Rosenthal, Jannik Schießwohl, Insa Wagner, Felix Hartig, Artur Parutkin, Sarah Piel, Andrea Sachau, Leon Saß, Ottilie Karrer

Design: Prof. Heike Grebin
Theorie: Prof. Dr. Timo Ogrzal
Technologie: Timo Rychert

HAW Hamburg, Department Design

Lob für «Vineta»

Peter Lindhorst hat in der aktuellen Ausgabe der Photonews eine Rezension zum Buch «Vineta» veröffentlicht, die mir und dem Verleger wie Musik in den Ohren klingt – nicht nur weil sie des Lobes voll ist, sondern auch, weil sie so schön geschrieben ist.

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Dieses Mädchen. Steht da und rührt sich nicht. Schaut mich unverwandt an, ich blicke zurück. Als ich ein «Hallo» rufe, erwidert es den Gruß nicht. Das Mädchen drückt sich in eine Ecke, in der unverputzte Mauern zusammenlaufen. Eine Lücke klafft in der Wand. Plötzlich gibt es mir mit seinem Blick zu erkennen, dass ich ihm folgen soll. Ich zwänge meinen Körper durch das Loch und taste ich mich im Dunklen vor. Das Mädchen bewegt sich so geschickt vorwärts, dass ich ihm kaum folgen kann. Als ich um eine Ecke stolpere, schallt mir Musik entgegen. Plötzlich stehe ich vor einem Ausgang, durch den Licht flutet. Beim Ausstieg sehe ich einen Mann mit bizarrem Kopfschmuck und Showmaster-Sonnenbrille, der auf einer Parkbank sitzt und Mundharmonika spielt.

Sein elegischer Blues folgt mir, während ich an verrammelten Türen, verwitterten Fassaden und eingefallenen Mauern längs schreite. Zu gerne würde ich dem Mädchen Fragen stellen. Aber es ist verschwunden. An eine Wand hat jemand «Wir sind ein blödes Volk» gepinselt. Mir begegnen Kinder, die, als ich näher komme, stehen bleiben und jede meiner Bewegungen mit ernstem Blick verfolgen. Ich stolpere über einen Haufen Mauerziegel, bewege mich durch schattige Hinterhöfe, vorbei an einem Anhänger, auf dem Küchengerätschaften zum Abtransport aufgetürmt sind. Hinter einer Milchglasscheibe sehe ich die Umrisse einer Person. Um zu wissen, wo ich mich befinde, klopfe ich ans Fenster. Ein Mann beugt sich heraus und erklärt kopfschüttelnd, dass ich mich in meine Fantasie verirrt habe. Das verlorene Mädchen, fügt er hinzu, stamme vom «Vineta»-Cover.

Und dann besinne ich mich. Tatsächlich liegt das Buch von Andreas Trogisch seit Wochen zum Besprechen auf dem Schreibtisch. Unzählige Male habe ich das Cover-Girl betrachtet, das Buch geöffnet, bin durch die Seiten gewandert, habe mir mit stockendem Atem die Arbeiten angeschaut, mich tief in die Fotos versenkt und die Geschichten, die dort nur angedeutet sind, einfach weitergesponnen. Dabei passiert etwas, was kaum erklärbar ist: Nicht ich verschlinge das Buch, es ist umgekehrt. Ich ergebe mich der dunkel lockenden Bilderwelt von Andreas Trogisch, die meine Einbildungskraft jedes Mal aufs Neue befeuert. Das geht mir schon seit der Begegnung mit Trogischs Debüt „Desiderata“ so. Weitere Arbeiten folgten, die vom Verleger Hannes Wanderer, ebenfalls ein glühender Trogisch-Bewunderer, in kongenialen Büchern umgesetzt worden sind. So auch dieses Mal.

Das neue Buch besticht durch die Konstruktion: zwei verflochtene Serien, die vor und nach dem Mauerfall entstanden sind. Dazu hat Trogisch aus der Tiefe seines Archivs eine Porträtserie aus Ost-Berlin geborgen. Die Zeit scheint für die Akteure 1985 bleiern stillzustehen. Über das Geschehen haben sich Schatten gelegt. Dass es Schatten sind, die von großen Ereignissen vorausgeworfen werden, ahnt niemand. Beeindruckt bin ich über das, was die Fotos erkennbar widerspiegeln: die Intensität der Begegnung zwischen Fotografen und seinem Gegenüber. Jene Porträts werden geschickt eingebunden in eine Serie, die direkt nach dem Mauerfall Berliner Stadtlandschaften zeigt. Die DDR ist abhanden gekommen. Untergegangen wie Vineta, jener geheimnisvolle Ort, den einst jedes Kind im Osten kannte und der Trogischs neuem Buch den Namen leiht. Die Ostseestadt war der Sage nach auf den Meeresgrund gezogen wurden, weil sich deren Bewohner hochmütig verhalten hatten. Nicht Stolz, sondern Zweifel ist vorherrschend bei denen, die nun in den veränderten Verhältnissen gezwungen sind, sich neu zu erfinden. Doch Menschen spart Trogisch in seiner Serie von 1990 völlig aus, stattdessen zeigt er uns einen Ort voll poetischer Eintönigkeit, in dem sich die Metamorphose der Gesellschaft, die neu gewonnene Freiheit und gleichzeitige Unsicherheit höchstens erahnen lässt. Trogisch beherrscht wie kaum ein anderer die hohe Kunst, das Kunstförmige seiner Fotografie hinter dem Erzählerischen verschwinden zu lassen und umgekehrt. Das Buch füllt mich mit tiefem, anhaltendem Erstaunen. Ein Erstaunen über die Möglichkeit der Fotografie, einen Zustand gedanklichen Wegschwebens zu erwirken.

Der Mann schließt sein Fenster. Ich lasse mich treiben durch Vineta, wo denkwürdige Dinge geschehen: Junge Männer mit verspiegelten Sonnenbrillen berichten von ihrer Vorliebe für Hardrock. Ein wild gestikulierender Mann baut sich vor mir auf. Auf eine Wand ist eine mathematische Formel gesprüht. Schließlich betrete ich einen Laden, dessen Scheibe eine aufgemalte Kaffeetasse schmückt. Dort halte ich inne und bedaure, das Mädchen verloren zu haben. Also nehme ich mir vor, zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Das ist nicht schwer, dazu muss ich nur noch einmal das Buch öffnen.

Peter Lindhorst, Photonews September 2016

Andreas Trogisch: Vineta

«Vineta, das war eine Art Ost-Atlantis. In den Polytechnischen Oberschulen der DDR kannte jedes Kind die Sage von der Stadt, die in der Ostsee untergegangen war. Die untergehen musste. Denn Vinetas Bewohner waren undankbar gewesen. Sie wussten nicht zu schätzen, was sie hatten. Selbst eine letzte dringende Warnung vor ihrem eigenen Ende schlugen die Vineter in den kühlen Ostseewind. Am Ende riss eine Sturmflut die Stadt mit Mann und Maus hinab auf den Meeresgrund. Bis heute meinen Spökenkieker, Vineta tief unten am Grund schauen, die Schläge der goldenen Kirchenglocken aus dem Wellenrauschen heraushören zu können. […]

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Die Vineter missachteten, was sie hatten. Nicht ihre Schuld. Schuld war das große Fremdgewordensein mit dem eigenen Land. Schuld war die kleine innere Freiheit, die jeder sich abgesteckt hatte wie ein Gärtchen. Eine Freiheit, die mehr galt als ein gültiger Pass. Ein Verbundensein unter den Hiergebliebenen, ein Loslassen der Flüchtenden, ein Sehnen nach dem Anderen, von dem man doch nicht so recht wusste, was das sein soll.»
(Aus dem Begleittext von Anja Maier)

Andreas Trogisch: Vineta
118 Seiten, 55 Schwarz/weiß-Abbildungen in Triplexdruck
18,1 × 25 cm, offene Fadenheftung, Schutzumschlag, Englisch/Deutsch
Mit einem Text von Anja Maier
Peperoni Books, Berlin 2016

Präsentation des Buchs «Röngenblick und Schattenbild»

Vera Dünkel: «Hände, Portemonnaies und Schlangen. Die Welt um 1900 im Röntgenlicht». Lichtbildervortrag mit Buchpräsentation in der Alfred-Ehrhardt-Stiftung am 13. April 2016. Im Bild fehlen die Autorin, die Gestalter des Buchs und die Gastgeberin des Abends, aber wenigstens nicht Joseph Imorde, der Verleger des Bandes (gleich links neben dem Weinglas).

Röntgenblick und Schattenbild

«Röntgenblick und Schattenbild» von Vera Dünkel ist erschienen! Es behandelt, wie im Untertitel schon angedeutet, die «Genese und Ästhetik einer neuen Art von Bildern». Diese «Neue Art von Bildern» wurde möglich durch die Entdeckung der Röntgenstrahlen 1895 und deren sofort einsetzender publizistischer Verbreitung.

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Ein Buch, das bestimmt zu einem Referenzwerk zu diesem Thema avancieren wird, denn neben dem extrem fundierten und gut geschriebenen Text enthält es auch einen Tafelteil, der viele der oft nur aus zweiter und dritter Hand reproduzierten Bilder aus der Anfangszeit der Röntgenfotografie enthält – und zwar in Originalgröße und in bestmöglicher Wiedergabe.
Am 13. April gibt es einen Vortragsabend von Vera Dünkel zum Thema in der Alfred-Ehrhardt-Stiftung, an dem auch das Buch vorgestellt wird – und bei dem man es auch zum ersten Mal kaufen kann.
Vielen Dank an Königsdruck in Alt-Reinickendorf und die Buchbinderei Reinhard + Wasser für ihre hervorragende Arbeit vom ersten bis zum letzten Handgriff!Vera Dünkel: Röntgenblick und Schattenbild.

Genese und Ästhetik einer neuen Art von Bildern
288 Seiten, ca. 180 Abbildungen und 72 Farbtafeln
24×30 cm, Offene Fadenheftung, transparenter Einband
Edition Imorde, Emsdetten/Berlin 2016

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